Heute ist mir das so richtig klar geworden. Es war nicht zu übersehen: nach Wochen gefüllt mit warmer Luft und strahlendem Sonnenschein, heute das komplette Gegenteil. Schon vor dem ersten Blick aus dem Fenster wusste ich: der Sommer verabschiedet sich. Und was war das für ein Sommer... Lustig, arbeitsreich, aufregend, unberechenbar.
Hinter mir viele intensive Wochen. Ich glaube, ich hab noch nie in so kurzer Zeit so viel gearbeitet, gelacht, geschimpft, gefeiert und gelitten. Ständig in Bewegung oder versteckt, um nachdenken zu können. "Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt..." Wieder mal, zum tausendsten Mal trifft es auf mich zu, nur woher wusste der große Goethe das eigentlich...? ;P
Was hab ich das Sommerwetter genossen und fand es herrlich, daß der September noch mitspielt. Nur beim Blick auf den Kalender kam ab und an der Gedanke: es wird nicht ewig anhalten. Heute war es so weit: schon bevor ich die Augen aufmachte, hatte ich dieses Gefühl, daß ich lieber die Decke überm Kopf ziehen und einfach liegen bleiben sollte. Mein Kreislauf spielte verrückt, was meine Laune nicht gerade verbesserte. Dazu oder deshalb, ich hab keine Ahnung, kam diese ekelhafte depressive Stimmung, die mich öfter an solchen dunklen, verregneten Tagen überfällt. Bah! Ich mag es nicht, mich so zu fühlen. Und trotzdem, aus irgendwelchen unerklärlichen, kranken Gründen ziehe ich mich gerne zurück, um meine dunkle Stimmung in einer masochistischen Art und Weise zu geniessen. Von "die Welt ist schlecht, die Menschen sind ätzend" bis "mein Leben ist scheiße" und "ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll" ist für alles Platz. Tauchen wir doch ein in die schwarzen Gewässer der eigenen Seele und Emotionen... Es macht doch so viel Spaß. Oder nicht? Mit erschreckender Regelmässigkeit lasse ich mich auf dieses Spiel ein, stets mit dem Bewusstsein, daß ich diese Stimmung vielleicht ändern könnte. Will ich das denn? Will ich es nicht? Brauche ich diese Auseinandersetzungen mit diesen Empfindungen etwa? Und wenn ja, warum? Oder kann ich sie gar nicht kontrollieren, weil sie ja genauso zu mir gehören, wie die guten, positiven Gefühle? Fakt ist, daß ich alles sehr intensiv empfinde und genauso intensiv, wie ich lachen kann, so intensiv kann ich auch traurig sein. Ohne Grund... Einfach so, weil der Regen mich erdrückt, weil die Welt scheiße ist oder, weil der Sommer zu Ende geht...
Also muss ich damit leben, daß meine Psyche ab und zu verrückt spielt und ohne ersichtlichen Grund von hell auf dunkel schaltet? In meinem Kopf. Oder in meiner Seele? Herz? Keine Ahnung zum Teufel! Muss man sich damit abfinden? Braucht man das? Wenn man noch nie die Dunkelheit gesehen hat, weiss man die Sonne nicht zu schätzen - ist es das? Reicht diese Erkenntnis oder muss man immer wieder daran erinnert werden?
Und verdammt! Ich mag doch auch den Herbst. :) Und auch den Regen. :) Und die Dunkelheit. Ist es so, daß uns das, was wir mögen, auch traurig machen kann? Nur gut, daß es nicht ewig anhält... ;)
Keane - Bedshaped
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