Donnerstag, 26. März 2015

Ein wenig Musik...

"Die Musik zwingt mich, mich selbst, meine wahre Lage zu vergessen;
Sie bringt mich in eine andere freundlichere Lage;
unter Einwirkung der Musik scheint es mir, als fühle ich etwas, was ich nicht fühle,
als verstünde ich, was ich nicht verstehe und als könnte ich, was ich nicht kann."

(Aus: Die Kreuzersonate von Leo N. Tolstoj )


Körperlich völlig platt, mental etwas aufgedreht... Gedanken hüpfen aufgeregt in meinem Kopf herum. Ein wenig durcheinander schubsen sie sich im Sekundentakt von den Prioritätsstufen. "Ich bin wichtig! - Nein, ich bin wichtiger! - Nein! Ich! - Beachte mich!"
Und ich bin zu müde und komme einfach nicht mehr mit. Zu viele Ereignisse, um heute alle angemessen mit Aufmerksamkeit zu beglücken.
Also versuche ich das beste Mittel zur Beruhigung oder Ablenkung: MUSIK...
Seid still, ihr komischen Bewohner meines Kopfes! Zeit zum Schlafen, ihr unruhigen Geister!

Christina Aguilera ft. Blake Shelton - Just a Fool

Montag, 16. März 2015

Nur ein Gedicht...

"Das Leben, das ich selbst gewählt"

Ehe ich in dieses Erdenleben kam
Ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
Da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
Da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
Da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
Die voller Licht und schöner Träume sind,
Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
Und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
Die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
Wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
Als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute,
Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
Da hört ein Wesen ich die Frage tun,
Ob ich dies zu leben mich getraute,
Denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme
— »Dies ist das Leben, das ich leben will!« —
Gab ich zur Antwort mit entschloßner Stimme.
So wars als ich ins neue Leben trat
Und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt.
Ich klage nicht, wenns oft mir nicht gefällt,
Denn ungeboren hab ich es bejaht.

(Hermann Hesse)

Kany Garcia - Alguien

Sonntag, 15. März 2015

Die Nacht ist hin

Oh ja! Die Nacht ist nicht nur hin, sie hat heute gar nicht existiert. Ich habe fast die Befürchtung, daß sie für mich überhaupt nicht geplant war. Bin nämlich nicht wirklich erstaunt über die Tatsache, daß ich in den frühen Morgenstunden vorm Laptop sitze und schreibe. Ganz im Gegenteil, es ist wieder ein Gefühl wie früher.
Wie oft hab ich die Nächte kaputt gekriegt mit Lesen und Schreiben in mehreren Foren gleichzeitig. Plus oft noch das Geschreibe im Chat und/oder per PN. Dieser Austausch hat mich manchmal so beflügelt und zum Nachdenken gebracht, daß ich noch schnell einige dieser Gedanken im Blog niederschreiben musste. Nachdem alle anderen schon im Land der Träume waren. Und es hat gut getan, den Kopf auf diese Weise leer zu bekommen.

Es gibt ja so Lebensweisheiten, die man im Laufe der Zeit mitbekommt. Eine davon, oder eher ein Ratschlag der älteren Generation, ist, sich bei Problemen oder Gefühlen, die einen erdrücken, einfach alles von der Seele zu schreiben. Na gut, früher hat man von 'einem Brief' gesprochen. Ich weiß nicht mehr, wer dieses das erste Mal erzählt hat, aber nach jahrelangem Testen weiß ich, es hilft wirklich. Egal, was so schwer auf uns lastet, übertragen aufs Papier ist die Last weg. Die Probleme oder Sorgen sind natürlich nicht verschwunden, aber sie erdrücken nicht mehr. Für ein wenig Leichtigkeit kann man doch schon mal eine Nacht opfern. :)
Übrigens kann man mit einem guten Gespräch das Gleiche erzielen. Nur, daß man selten einen Gesprächspartner hat, dem man so sehr vertraut wie einem Blatt Papier.
Aber jetzt schweife ich ab. Zurück zum Thema!

Eigentlich wollte ich nur damit sagen, daß es mir immer wieder gut tut, sich auszutauschen. Die Form ist dabei völlig zweitrangig. Es kann ein direkter Austausch sein wie Gespräche, chatten, telefonieren. Aber auch das Geschriebene in einem Blog lesen, sich dazu Gedanken machen oder sogar davon einen Gedanken aufgreifen und im eigenen Blog zu erörtern - das ist auch ein Austausch. Einen Post im Forum zu schreiben und erleben, wie die Reaktionen, also Antworten der anderen User sind - das ist 'sich austauschen'.
Wie gesagt, die Form ist nicht ausschlaggebend, der Inhalt allerdings schon. Und hier wäre jetzt der Zeitpunkt, um Facebook zu erwähnen, denn das ist so oft ein Beispiel für fehlende Inhalte. Aber... Facebook ist heute nicht das Thema. Es wird bestimmt irgendwann ein paar Sätze dazu geben, aber nicht jetzt. ;)

Nun sitze ich hier, in den Morgenstunden, und muss leicht sentimental lächeln.
Die ganze Woche war irgendwie eine Zeitreise. Über zwei Jahre hab ich sehr sehr wenig bis gar nichts in den Foren gelesen. In etwa so lange hab ich das polnische FB nicht beachtet. Waren die 2-3 Jahre davor zu intensiv oder lag es wirklich nur an meiner Arbeit? Wenn ich mich heute lese, dann merke ich selbst, daß mein Job tatsächlich heftiger, anstrengender und zeitraubender geworden ist. Und ich habe früher schon über lange Arbeitszeiten geschimpft. :D

Und jetzt sitze ich immer noch hier, mit einem komischen Gefühl. Möchte ich wieder zurück zu dem Austauschen von früher? Die Foren haben sich verändert, weiterentwickelt. Es sind neue Menschen dazugekommen, mit denen man wahrscheinlich die gleichen mühsamen Diskussionen führen müsste, wie vor zwei Jahren schon. Aber es sind auch noch einige von den "Alten" aktiv, mit denen man sehr viele Wortgefechte gegen die Dummheit und Ignoranz ausgetragen hat. Wir hatten Erfolge und Mißerfolge, und ein Gefühl einer Gemeinschaft. :)
Ich bin auf jeden Fall schon mit einem Bein drin. Hab die letzten Tage viel gelesen. Hab die letzten Tage auch sehr viel geschrieben, zumindest und erstmal hier im Blog. Es ist noch nicht veröffentlicht, aber es wartet in den Entwürfen und scharrt mit den Füssen. :D

Was ist das Zeichen, daß man den Kopf leer geschrieben hat? Die Müdigkeit kommt - zusammen mit dem grauen Morgen. Die ersten Frühaufsteher werden bald den Tag beginnen und ich lege mich ein wenig hin.
Fühle mich immer noch wie früher. Und stolz wie Oskar! Das hat was von künstlerischer Leidenschaft eines Schriftstellers. Wenn die Muse ruft, ist nix mit Schlafen. :P Mittlerweile ist die Muse ruhig, wahrscheinlich endlich platt. :D

Andrzej Piaseczny - I jeszcze