So ist das immer: wenn alles läuft und alles gut ist, dann schaue ich hier nicht rein. Und wenn alles scheiße ist, dann benutze ich dieses kleine versteckte Plätzchen in der großen virtuellen Welt, um sich hier auszukotzen. Es ist immer das Gleiche... Mein Blog ist eine Ansammlung aus meinen schlimmsten, negativsten Stimmungen. Er ist traurig, depressiv, durcheinander, Tränen durchtränkt und schwarz gefärbt. Das ist der Spiegel meiner dunklen Seite und es ist unglaublich wie stark ausgeprägt diese ist. Manchmal kann ich es selbst nicht glauben und auch kein Mensch aus der echten Welt würde das tun. Ich - ein ständig lachendes, vergnügtes Wesen, welches alles nur positiv sieht. Bin ich das? Oder spiele ich mir und den Anderen was vor?
Ich wünschte, ich würde weniger denken, dafür mehr abstumpfen. Das Leben wäre so viel einfacher.
Verliere mich in meinen Gedanken, in meinen Gefühlen, versinke wieder in Musik, habe wieder einen Kloß im Hals, weiß nicht genau, ob ich es rauslassen oder unterdrücken soll. Ich weiß mit einer 100%-en Sicherheit, daß es so nicht weiter gehen kann. Ich muss etwas ändern, etwas beenden. Ich weiß, daß es kommen wird, nur die Zeit ist noch nicht reif. Bin mit der jetzigen Sitaution nicht zufrieden und doch hab ich die Gewissheit, daß ich da durch muss, denn es hat einen Sinn. Und ganz paradox: ich bin nicht unglücklich. Nein, ich bin ganz sicher nicht unglücklich, nur manchmal halt etwas durcheinander. Und damit dieses Gefühl noch stärker wird, will ich mich verkriechen und gleichzeitig raus. Rausgehen und alles rauslassen! Aber es geht nicht... Ich muss es schlucken und einen Teil davon lasse ich hier raus: im Blog, an dem stillen Ort, behütet und versteckt.
Magda Femme - Rozmowa z Aniołem
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